Die Digitalisierung der Justiz in der Schweiz: Erkenntnisse vom Casedoc-Launch-Event
Eine kürzlich durchgeführte Umfrage unter Führungskräften aus dem gesamten Schweizer Justizsektor hat ein deutliches Momentum für die digitale Transformation ergeben. Die in Zusammenarbeit mit Microsoft und führenden Schweizer Systemintegratoren gewonnenen Erkenntnisse heben Casedoc hervor – eine etablierte digitale Fallmanagement-Plattform, die bereits die Justizprozesse in Europa verändert – als eine wirkungsvolle Lösung zur Modernisierung der Justizdienstleistungen und der Nutzererfahrung.
Die Umfrageergebnisse zeichneten ein klares Bild der Chancen, Bedürfnisse und Herausforderungen, mit denen Schweizer Stakeholder auf ihrem Weg der digitalen Transformation konfrontiert sind.
Ein Justizsektor bereit für den Wandel
Die Antworten auf unsere Umfragen haben gezeigt, dass das Interesse an der Digitalisierung der Justiz zwar gross ist, viele kantonale Gerichte aber weiterhin mit strukturellen Hindernissen zu kämpfen haben:
- 81% der Befragten nannten papierbasierte Prozesse, veraltete oder fragmentierte Systeme oder mangelnde Integration als grösste Herausforderung.
- Nur ein Befragter bewertete den Stand der digitalen Transformation seiner Organisation als “exzellent”.
- 38% bezeichneten ihn als schwach, und weitere 6% gaben an, dass er sich noch in Entwicklung befinde.
Die Ergebnisse spiegeln eine Justizlandschaft im Wandel wider – bewusst, dass eine Modernisierung unerlässlich ist, aber noch am Anfang eines bedeutsamen Transformationsprozesses.
Die Verbreitung papierbasierter Prozesse und fragmentierter Systeme unterstreicht die besonderen Herausforderungen innerhalb der kantonalen Struktur der Schweiz, wo verschiedene Systeme oft in Silos arbeiten. Dies deckt sich mit der allgemeinen Beobachtung, dass die Schweiz bei der Digitalisierung ihres Justizsystems aufholt, wobei Initiativen wie das Programm Justitia 4.0 darauf abzielen, diesen Rückstand durch eine umfassende Digitalisierung des gesamten Justizsystems über die 26 Kantone und die Bundesebene hinweg aufzuholen.
Was Schweizer Stakeholder von digitalen Justizplattformen erwarten
Auf die Frage, welche Plattformfunktionen für ihre Organisationen am wertvollsten wären, hoben die Teilnehmer Folgendes hervor:
- 25%: Elektronische Akten und sicherer Dokumentenaustausch
- 25%: Datenspeicherung in Schweizer Rechenzentren
- 21%: Workflow-Automatisierung und Fallverfolgung
- 17%: Datenaustausch zwischen Staatsanwaltschaft, Gerichten und Anwaltschaft

Diese Antworten zeigen einen starken Fokus auf Sicherheit, Nachverfolgbarkeit und lokale Datenkontrolle. Das bedeutet, dass zukünftige Systeme auf die Schweizerischen rechtlichen, verfahrenstechnischen und datenschutzrechtlichen Anforderungen zugeschnitten sein müssen. Das hybride Cloud-Modell von Casedoc in Kombination mit in der Schweiz gehosteter Infrastruktur trägt diesen Prioritäten direkt Rechnung.
Wie sieht “Erfolg” aus?
Für die Teilnehmer liegt das wahre Mass für den Erfolg darin, wie die Technologie die Justizverwaltung verbessert:
- 81 % nannten reduzierte Fallbearbeitungszeiten als wichtigste Erfolgsmessgrösse
- 44 % wählten einen besseren Zugang zur Justiz
- 44 % verwiesen auf eine verbesserte Entscheidungsfindung durch Analysen und Berichte
- 31 % nannten eine erhöhte Transparenz
Diese Ziele stimmen nicht nur mit den Zielen des Schweizer Programms Justitia 4.0 überein, sondern sind auch grundlegend für den Aufbau eines bürgernahen, effizienten und fairen Justizsystems.
Die Rolle der KI in der Schweizer Justiz
Künstliche Intelligenz war ein weiteres zentrales Thema. Die Umfrageergebnisse zeigten, dass die Stakeholder die folgenden Anwendungsfälle für KI in der Justiz als besonders bedeutsam erachteten:
- 27 %: Zusammenfassung von Fallunterlagen
- 27 %: Erstellung von juristischen Texten oder Urteilsentwürfen
- 13 %: Falllastanalyse und Prognosen
- 16 %: Sitzungsplanung, Verhandlungslisten und Ressourceneinsatzplanung

Dies sind alles Bereiche, in denen KI den Zeitaufwand reduzieren, die richterliche Entscheidungsfindung unterstützen und Fachkräfte entlasten kann, damit sie sich auf Aufgaben mit großem Mehrwert konzentrieren können.
Anstatt die richterliche Argumentation zu ersetzen, sahen die Teilnehmer die KI als ein Werkzeug zur Unterstützung überlasteter Systeme. Die Technologie ermöglicht es, dass sich Menschen auf höherwertige juristische Aufgaben konzentrieren, während die KI zeitaufwändige oder sich wiederholende Tätigkeiten übernimmt.
Reporting und BI: Noch nicht am Ziel
Auf die Frage nach der aktuellen Nutzung von Reporting- und Business-Intelligence-Tools in ihrer Institution antworteten die Befragten wie folgt:
- 57 % bezeichneten sie als gut
- 35% sagten, sie seien schwach
- 7 % stehen erst am Anfang der Entwicklung
- 0 % bewerteten ihre BI-Nutzung als ausgezeichnet

Ausblick: Die digitale Zukunft der Schweizer Justiz
Angesichts der zunehmenden Komplexität der Fälle, des Bedarfs an institutionsübergreifender Zusammenarbeit und der steigenden Erwartungen der Öffentlichkeit ist der Wunsch nach Veränderung in den Schweizer Gerichten und kantonalen Systemen gross – doch für den Erfolg braucht es mehr als nur Technologie.
Um mehr über die Justizplattform von Casedoc zu erfahren oder an einer technischen Deep-Dive-Session teilzunehmen, kontaktieren Sie uns unter https://casedoc.com/contact-us/